Was versteht man unter Palliativmedizin

Die 1994 gegründete Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin umschreibt in Anlehnung an die entsprechende Definition der Weltgesundheitsorganisation die Palliativmedizin als die ärztliche Begleitung von Patienten mit einer unheilbaren, fortschreitenden Erkrankung mit begrenzter, das heißt absehbarer Lebenserwartung.

Der Begriff leitet sich ab vom lateinischen „pallium“ (Umhang, Mantel) und meint damit eine schützende und behutsame, in gewisser Weise auch ummantelnde Begleitung von nicht mehr heilbaren Kranken. Oberste Priorität hat im fortgeschrittenen Krankheitsstadium die Schmerzlinderung und damit die bestmögliche Bewahrung einer Lebensqualität in auswegloser Situation, sowie die menschenwürdige Sterbebegleitung.

Im Vordergrund palliativmedizinischer Aufgaben stehen Schmerzbekämpfung und alle Maßnahmen, die dem Schwerstkranken das Leben bequemer machen können. Ambulante Dienste, ärztliche Hausbetreuung, Tageshospize und Palliativstationen sind in diese Aufgabe aktiv und konsiliarisch eingebunden.

Sterbebeistand, auch Sterbebegleitung genannt, ist selbstverständlich eine der ureigensten ärztlichen Aufgaben, und zwar genau wie Lebenshilfe und Überlebenshilfe. Von den Begriffen „aktive“ versus „passive“ Sterbehilfe ist nichts zu halten, auch wenn sie begrifflicher Bestandteil der Political Correctness sind.

Aktive Sterbehilfe ist und bleibt Jemanden umbringen, d. h. Mord oder zumindest Todschlag. Der im Englischen hierfür gebräuchliche Terminus ist Mercy Killing. Auch dieses Töten aus Barmherzigkeit bleibt immer Töten.

Sterbehilfe im guten ärztlichen Verständnis heißt den anderen sterben lassen, wenn es nichts mehr gibt, das dem Sterbenden gut täte. Das heißt dann helfen und ihm beistehen, dass die Krankheit ihren natürlichen Verlauf nehmen kann. Das heißt konkret Verzicht auf eine sterbensverlängernde Therapie, und zwar Unterlassen oder Unterbrechen.
Noch konkreter: Dem Betroffenen soll die Möglichkeit gegeben werden, an seiner Krankheit zu sterben. Das ist Respekt vor Leben und Sterben. Von daher ist Sterbenlassen nicht nur Teil einer ärztlichen Grundhaltung, sondern ein allgemeiner Akt der Menschlichkeit. Diese Einstellung heißt nichts anderes, als sich für das Recht eines Jeden zu einem würdigen Tod einzusetzen.

Palliativmedizin lässt sich in den folgenden Punkten knapp zusammenfassen:

  1. Exzellente Schmerztherapie und Kontrolle der Beschwerden;
  2. Wahrnehmen aller psychischer, sozialer und seelsorgerischer Bedürfnisse und Regelung derselben;
  3. Akzeptanz des Todes als Teil des Lebens;
  4. Professionalität in der Kommunikation mit dem Patienten und den Angehörigen.
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Datum: Samstag, 16. Februar 2013 14:30
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