LDR-Brachytherapie beim früh diagnostizierten, lokalen Prostatakrebs

Die Behandlungsmöglichkeiten bei Prostatakrebs sind in den letzten Jahren verbessert und erweitert worden. Das betrifft die Strahlentherapie ebenso wie die operativen Verfahren.
Die wohl wesentlichste Entwicklung vollzog sich bei der für den Patienten sehr schonenden Bestrahlungsbehandlung durch die so genannte Brachytherapie.
Heute ist die Brachytherapie neben der operativen Totalentfernung der Prostata (Radikaloperation) und der Strahlentherapie von außen bei einer bestimmten Patientengruppe als ebenso effektives Standardverfahren etabliert.

Die LDR–Brachytherapie wird auch Seeds-Implantation genannt.

  • LDR = englisch: Low Dose Rate, heißt geringe Dosisleistung, da die Strahlenquellen die zur Tumorvernichtung notwendigen hohe Dosis langsam, mit geringer Intensität und damit schonend über Monaten abgeben;
  • Brachytherapie = griechisch: brachys heißt kurz / nah (kurzstreckige Strahlung);
  • Seeds-Implantation = englisch: seed heißt Korn, Samenkorn, da die Strahlenquellen als kleine Körnchen in die Prostata eingepflanzt werden.

Besonders schonend, schnell und effizient

Für Sie als Patient hat diese Methode entscheidende Vorteile:
Die Behandlung ist minimal-invasiv, d.h. besonders schonend, da sie nicht mit einer großen, einschneidenden Operation verbunden ist.
Sie benötigen lediglich eine sehr schonende Allgemeinnarkose von 60 bis 90 Minuten.
Die Behandlung erfolgt kurzstationär, das heißt Sie verlassen bereits zwei Tage nach dem Eingriff das Krankenhaus.
Die therapiebedingte Quote an akuten Komplikationen und Langzeit-Nebenwirkungen ist bedeutend geringer als bei der Radikaloperation. Das betrifft vor allem die nicht zu erwartende Harninkontinenz und die deutlich geringere Rate der sexuellen Potenzstörungen. Akute Impotenz, wie durchweg nach Radikaloperation, tritt nach Brachytherapie praktisch nicht auf.
Im Vergleich zur konventionellen Strahlentherapie von außen besteht bei der Seeds-Implantation ein geringeres Risiko für Nebenwirkungen am Enddarm und an der Harnblase.
Der Bestrahlungseffekt wird durch eine zunächst vierteljährliche, später halb- bis jährliche Ultraschalluntersuchung mit PSA-Bestimmungen im Blut kontrolliert.
Das Urologicum-Duisburg führt die LDR-Brachytherapie in einer mit dieser Behandlungsart seit Jahren erfahrenen Klinik in der Region und als Experten ausgewiesenen Strahlentherapeuten und Medizinphysik- Experten durch.
Zu der von uns durchgeführten LDR-Brachytherapie eignen sich Patienten mit lokal begrenzter Tumorausbreitung, einem geringen Grad an Tumoraggressivität, nicht zu großer Prostatadrüse und geringen Beschwerden bei der Blasenentleerung.

Technik der LDR – Brachytherapie

Bei der Seeds-Implantation handelt es sich um ein hochmodernes strahlentherapeutisches Verfahren, das bei Patienten mit einem lokal begrenzten, also heilbaren Prostatakarzinom eingesetzt wird.
Ultraschallgesteuert und computergestützt werden in Allgemeinnarkose, abhängig von der Größe der Prostata, bis zu 80 kurzstreckig strahlende, kleinste Strahlungsquellen (sogenannte “Seeds” = Körnchen) in die Prostata eingepflanzt. Dies geschieht mit Hilfe von Punktionsnadeln, die vom Damm her unter Ultraschallkontrolle gezielt an genau vorausberechnete Positionen in der erkrankten Prostata platziert werden. Man spricht auch von einer Prostata-Spickung.
Die Seeds verbleiben lebenslang in den gewünschten Positionen in der vom Krebs befallenen Prostata, um dort ihre lokal begrenzte Strahlenwirkung auf das Krebsgewebe zu entfalten. So wird das Tumorgewebe durch die eingebrachten kleinsten Strahlungsquellen gezielt von innen fortdauernd zerstört. Um die etwaige „Abwanderung“ der Seeds aus den gewünschten Positionen zu vermeiden, werden die Seeds miteinander verbunden. Die so gebildeten individuellen „Ketten“ behalten Ihre Positionen sehr stabil. Nach und nach verlieren die Quellen Ihre Aktivität. Etwa 6 Monate nach der Implantation ist keine nennenswerte Strahlung mehr nachweisbar.
Die von uns durchgeführte LDR-Brachytherapie ist bei entsprechend strenger Patientenauswahl eine Monotherapie, das heißt Sie brauchen keine zusätzliche Behandlung, die auf eine Veränderung des Hormonstoffwechsels abzielt.

Wann ein lokaler Prostatakrebs (low risk) zur Brachytherapie (Seeds-Implantation) geeignet ist

Allgemeine Voraussetzungen

  • Wunsch nach aktiver Behandlung statt abwartende Beobachtung;
  • Gutes Wasserlassen ohne wesentlichen Restharn;
  • Im Ultraschall gesunde Nieren;
  • Keine frühere Bestrahlung im Bauch- / Beckenraum wegen anderem Tumor;

Voraussetzungen an der zu behandelnden Prostata

  • Im Ultraschall Prostatagröße unter 50 qcm;
  • Keine Prostataoperation wegen gutartiger Vergrößerung in den letzten 3 Jahren;
  • PSA-Wert unter 10 ng/ml;
  • In der 12er-Gewebsprobe maximal 2 von 6 Proben einer Prostataseite von Tumor befallen (bis 40% Krebs-Anteil) oder 1 von 6 Proben einer Prostataseite mit maximal 50% Krebs-Anteil; eine Seite muss komplett tumorfrei sein;
  • In der Gewebsprobe ein Bösartigkeitsgrad mit Gleason-Score von maximal 7a.

Empfehlung: Fragen Sie bei der Besprechung des Ergebnisses der Prostata-Gewebsprobe Ihren Urologen nach der Möglichkeit einer Brachytherapie!

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Datum: Mittwoch, 17. April 2013 11:17
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